Aus technischen Gründen, die außerhalb meiner Kompetenz waren, hat sich das Versenden dieses Rundbriefes (geplant am 21.03. um 21.03 Uhr) leider verzögert - an Aktualität hat er hierbei nicht eingebüßt!
Siegburg, 21. März 2021
Liebe Freundinnen und Freunde, liebe Leserinnen und Leser dieses Rundbriefes #21,
ist es nicht selbstverständlich, daß mein Rundbrief mit der Zahl 21 (3 x 7, wobei 3 und 7 magische Zahlen sind!) im Jahre 21 an einem 21. um 21.03 erscheint?
 
Der Frühling ist wieder da!
 
Überall ist zu sehen, was dies bedeutet. Auf Wiesen und Äckern, auf Bäumen und am Rand von Gewässern: welche Kraft artikuliert sich mit den ersten frühlingshaften Sonnenstrahlen!
Wer eine feine Nase hat, „riecht“ regelrecht den Frühling. Und wer gut hört, vernimmt neben anderen Geräuschen Vogelgezwitscher als Kennzeichen des Wiedererwachens.
Und für uns Menschen?
Ich wünschte mir, Menschen würden sich frühlingshaft verhalten, würden wie Knospen sich öffnen! Werden die im Frühling aufsteigenden Säfte auch Menschen dazu bringen, sich ent-falten zu wollen, regelrecht freudestrahlend aus dem eisigen Gefängnis der erlebten Albträume auszubrechen, in denen sie seit halben Ewigkeiten verharren? Ob allerdings der gewagte Versuch eines Ausbruchs gelingt, hängt freilich davon ab, daß zumindest jene Menschen, die sich an die Gemütlichkeit ihres Kerkers gewöhnt hatten, ihre Furcht vor jedweder Umgestaltung überwinden, selbst wenn diese Umgestaltung einen Bruch mit den gehegten Erwartungen bedeutet. Fürwahr wurde im Rahmen der zivilisatorischen Bequemlichkeitsideologie den Menschen so viel versprochen, zuvörderst die Zusicherung einer fast ewigen Existenz im Schlaraffenland des unbegrenzten Konsums, daß jeder Wandel dies infragestellen kann. Ist, wer sich dies vorzustellen wagt, ein eingefleischter Masochist? ein rettungsloser Optimist? Möge der Frühling die Antwort geben...
Meine kritischen oder skeptischen Anmerkungen möchte ich weder als bösartige Anklage verstanden wissen, noch als Nährboden für das Deprimierende in einer unguten Situation; allenfalls als Ausdruck eines großes Mit-Leidens und einer tiefen Sorge um die m.E. immer dramatischeren Folgen der latenten Wohlerzogenheit.
 
Wohlerzogenheit?
Unter den vielen sehr komplexen Aspekten dieser Wohlerzogenheit möchte ich drei Punkte besonders hervorheben:
  1. Werden Menschen jemals die innere Energie aufbringen, das wahrlich Ungute an der vorhin genannten Polarisierung wieder abzuladen: nämlich die scheinbare Unmöglichkeit, sich der künstlichen Zweiteilung zu entziehen? Dann erst werden jene, die sich dem offiziellen und öffentlichen, d.h. breit veröffentlichten Narrativ entziehen, nicht mehr als Bösewichte betrachtet und mit so idiotischen Begriffen beworfen wie „Verschwörungstheoretiker“ oder „Covidiot“, wie „Rechter“ oder gar „Faschist“... Um Himmelswillen: Wieso wird jener beschimpft, der wo auch immer und wie immer einsteht für seine Grundrechte, für Freiheit, für den Respekt vor der eigenen Würde, für das Recht auf ein selbstbestimmt-gesundes Leben (und ein würdevolles Sterben-Dürfen!) und für die Lebendigkeit junger Menschen? Könnte es sein, daß hierbei etwas nicht stimmt, wenn jene, welche die freiheitlich-demokratische Gesellschaft verteidigen, just von Menschen verurteilt werden, die auf Grund ihrer Autoritätsgläubigkeit mit arrogant gutem Gewissen sich freiwillig, eben: frei und willig dem Diktat unterwerfen, ihm die Treue schwören und ihm blindlings folgen: Seltsame Verkehrung?
  2. Werden Menschen es durch frühlingshafte Lebensfreude vermögen, denjenigen zu verzeihen, die sie so schamlos über einen so langen Zeitraum, mit Absicht und wider besseres Wissen, belogen haben? die einigen sogar die schlichte Lebensgrundlage zerstört, vernichtet haben?
  3. Nicht unwesentlich scheint mir ein unsere geliebten Töchter und Söhne betreffender Aspekt: Aus dem Zwang zu einer – immer subtileren, drastischeren weil immer früher beginnenden – Wohlerzogenheit resultiert, daß immer mehr immer jüngere Menschen keinen anderen (Aus-)Weg aus dieser Behandlung mehr sehen, als brav und angepaßt sich zu fügen: der daran geknüpften Versprechungen wegen? Da frage ich mich, in welcher Weise sie die erfahrenen, zumeist still und leise erlittenen Traumatisierungen werden verwinden können. Werden sie hierbei dann von immer mehr Müttern und Vätern unterstützt, die ihrem geliebten Nachwuchs etwas anderes gönnen wollen als die blinde Wohlerzogenheit? Ich hoffe inständig (ohne mich von dieser Hoffnung blenden zu lassen), daß sich allmählich regende Widerstand gegen dies und jenes, das als (verfassungswidriges) Übel betrachtet wird, auf einen erfolgreichen Ausbruch aus den Sackgassen dieses Systems weise...
Indes wäre es töricht und blind, wenn ich nun postulierte, die juristische Lage in bezug auf die mögliche Schulverweigerung einer Tochter/eines Sohnes sei inzwischen geklärt! Trotz den zahlreichen Erfolgen, die der von mir in diesen Angelegenheiten empfohlene Rechtsanwalt bereits verzeichnen konnte, vermochte es bisher kein Urteil, ein für alle Male die Weichen in eine entscheidend neue Richtung zu stellen. Weshalb? Obschon der juristische Konflikt deutlich ist und das Gericht kaum eine zu bestrafende Tat feststellen kann, traut sich – auch hier! – die Judikative offensichtlich nicht, die längst erwartete Grundsatzentscheidung zu fällen. Dennoch hege ich die ungebrochene Hoffnung, die auch am Ende des Spielfilms „CaRabA #LebenohneSchule“ artikuliert wird: Es ist eine Frage der Zeit! Wenn noch mehr Menschen aus echter Liebe ihres Nachwuchses und der hieraus sich ergebenden klaren ethischen Haltung heraus, mit einem demokratischen Bewußtsein und dem hieraus resultierenden strategischen Wissen um die Gesetzeslage, den soeben angesprochenen Gehorsam in Gestalt der Wohlerzogenheit aufgekündigt haben, werden unsere Töchter und Söhne für sich das naheliegende Recht beanspruchen, als Subjekte gesehen, respektiert und behandelt zu werden; dies wird das Kartenhaus der Beschulungsideologie, welche auf dem Objektstatus vom sog. „Kind“ beruht, schlicht in sich zusammenbrechen lassen.
 
 
Bisher ist jeder „böse Spuk“ mal vorbeigegangen und hat mehr oder weniger dramatische Spuren hinterlassen. Auch dieser Albtraum wird vorübergehen, weil die Paarung von „Lieben“ und „Leben“ letztendlich jedwede künstliche Behinderung überwindet. Diese Energie sprengt das Obsolete und Verhärtete der jetzigen Sackgasse und verhilft die nach Selbstentfaltung drängende Dynamik zum Durchbruch: zumal die „Zeit danach“ gewiß nicht die Wiederherstellung und Verlängerung einstiger und bisheriger Zu- (und Miß-)stände sein kann; vielmehr wird das Künftige auf einer radikalen Umgestaltung der Lebensbedingungen beruhen. In diesem Sinne lautet ein bekannter Spruch sinngemäß: „Der Mensch kann nicht ohne die Natur leben, die Natur aber durchaus ohne den Menschen!“ Ist es nicht naheliegend, daß diese Neugestaltung der vielseitigen Vorbereitung bedarf: auch in Gestalt einer gründlichen, eben radikalen Reflektion? Hierzu möchte ich an dieser Stelle von der nahenden Erfüllung eines langgehegten Wunsches berichten und zugleich eine herzliche Einladung aussprechen.
Kürzlich fragten mich gute Freunde sehr unvermittelt nach womöglich heimlich gehegten Wünschen; nun, wer hegt keine? Ich erzählte von einem mir so prägend in Erinnerung gebliebenen Erlebnis vor über zwanzig Jahren: Zweimal wurde mir damals das Glück beschieden, eine Gruppe von zwölf bis fünfzehn am Wandel Interessierten über einen Zeitraum von zehn Tagen zu begleiten. Hierauf meinten sie, ein so sinnvoller Wunsch sei sicherlich zu verwirklichen.

Aus der Idee wird nun bald Wirklichkeit: vom 11. bis 20. Juni 2021 findet im Waldhaus des Jugendrotkreuzes in Einbeck (nördlich von Göttingen) eine „Denk- und Erkenntnisreise“ statt. Aus Begeisterung und Dankbarkeit könnte ich nun vieles erzählen, doch ziehe ich es vor, Sie als potentielle Interessierte auf die speziell für dieses ganz besondere Ereignis eingerichtete Internetseite hinzuweisen, der im Grunde alle wesentlichen Informationen zu entnehmen sind. Mir liegt daran, ein gemeinsames Ansinnen der Organisatoren hervorzuheben: Diese besondere Veranstaltung soll allen Menschen finanziell zugänglich sein! Und sie wurde mit Bedacht in diesem Rahmen so geplant, daß auch die Familie mit Nachwuchs mitkommen kann.
Zögern Sie bitte nicht, falls Sie Rückfragen oder Wünsche haben, uns über das Kontaktformular anzusprechen. Doch mögen Sie bitte bedenken: Die Zahl der Mitwirkenden ist mit Bedacht begrenzt; daher sollten Sie nicht zu lange warten, um Ihr Interesse zu bekunden und sich anzumelden!
 
Im Unterschied zu früheren Rundbriefen werde ich in diesem nicht auf zahlreiche bevorstehende Veranstaltungen hinweisen können: Bekanntermaßen wurde seit etwa einem Jahr fast alles abgesagt, was auf einem menschlichen Miteinander beruht; mit dem Ersatz in Gestalt von Internet-Foren konnte und kann ich mich nur sehr bedingt anfreunden. Da mir Anfragen für Veranstaltungen da und dort vorliegen, bin ich sehr zuversichtlich, daß allmählich wieder „etwas“ stattfinden wird, zumal es meine Hoffnung nährt, daß heutzutage mehr Menschen als ehedem, angesichts der Notwendigkeit des Wandels, sich fragen, in welcher Weise sie sich hierbei einbringen können.

Sollten auch Sie, verehrte Leserin, verehrter Leser, den Eindruck haben, daß ich mit meiner publizistischen Aktivität einen konstruktiven und prospektiven Beitrag in Gestalt einer Veranstaltung leisten kann: Bitte zögern Sie nicht, mich anzusprechen!
Wie immer freue ich mich auf Ihre Rückmeldungen und danke Ihnen sehr herzlich, daß Sie mir auch heute wieder Ihre Aufmerksamkeit geschenkt haben. Mit weiterhin allen guten Wünschen zu einem wunderbaren und wundervollen Frühlingsanfang verabschiedet sich von Ihnen,

Sie nun ganz freundlich grüßend,
Ihr Bertrand Stern
 
Weiterführende Internetseiten:
                              www.bertrandstern.de                             www.bertrandstern-stiftung.de

                              www.frei-sich-bilden.de                           www.caraba.de     

                              Rundbrief-Archiv                                     Vimeo-Kanal                                      
Diesen Rundbrief dürfen Sie sehr gerne an Interessierte weiterleiten.
Herausgeber dieses Rundbriefs und inhaltlich verantwortlich:

Bertrand Stern
Johannesstraße 17
53721 Siegburg
Deutschland
e-Mail: bs(at)bertrandstern.de


Bilder: Privatarchiv, Internetseite des Hauses des Jugendrotkreuzes, Biogartenladen

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